eingerahmtes Bild Jesus

Wachstum statt Stillstand

Jürgen Ferrary
5. August 2025

Mir fällt immer wieder auf: Sobald ich über herausfordernde Themen schreibe, sinkt die Zahl derer, die bis zum Ende lesen. Kaum einer liked oder teilt Beiträge, in denen es nicht um Gottes bedingungslose Liebe geht, sondern darum, dass wir geistlich reifen und erwachsen werden. Dabei gehört beides untrennbar zusammen.

Wenn ein kleines Kind seine ersten Kritzeleien malt, rührt das das Herz der Eltern. Aber stell dir vor, ein 35-Jähriger würde mit denselben Strichmännchen ankommen und stolz sagen: „Schau mal, was ich gemalt habe.“ Da würde man sich schon wundern.
Gott liebt uns unendlich, egal wie weit wir sind – aber er wünscht sich, dass wir geistlich wachsen.

Paulus schreibt:

„Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war“ (Philipper 2,5 ELB).

Das heißt: Schau auf Jesus, schau auf seinen Charakter, auf seine Taten, auf seine Barmherzigkeit und seinen Mut – und lerne von ihm.

Neulich schrieb ich darüber, wie wichtig es ist, als Christ auch ein Diener Gottes zu sein. Da kam einiges an Rückmeldung. „Dienst“ klingt für viele wie ein Wermutstropfen im Glauben: etwas, das man halt auch noch erledigen muss zwischen Terminen, Familie und To-do-Listen.

Aber wenn wir Jesus ähnlicher werden wollen, gehört Dienst am Nächsten nicht auf unsere To-do-Liste, sondern in unser Herz. Es sollte Teil unseres Alltags sein wie ein Kaffee am Morgen, ein Gespräch mit Freunden oder eine Stunde am Handy.

Jesus sagt:

„Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um anderen zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele hinzugeben“ (Markus 10,45).

Die Living Bible formuliert es noch plastischer:

„Eure Haltung muss meiner entsprechen.“

Es geht nicht um einen Pflichttermin, sondern um eine innere Haltung, die unser Leben prägt. Dienst war das Herzstück von Jesu Leben – und sollte auch das Herzstück unseres Lebens sein.

Nicht, um uns den Himmel zu verdienen, sondern weil wir die Rettung bereits geschenkt bekommen haben.

Ich habe einmal einen Vergleich gehört, der mir bis heute hilft:
Der See Genezareth ist voller Leben, weil er Wasser empfängt und weitergibt. Das Tote Meer hingegen empfängt nur, gibt aber nichts weiter – und bleibt tot.

Genau das passiert auch in unserem Glaubensleben. Wenn wir nur empfangen, aber nie weitergeben, wenn wir immer nur erwarten, dass andere uns dienen, wenn wir eine Gemeinde nur nach unseren Bedürfnissen auswählen, dann stagniert unser geistliches Leben.

Reife im Glauben bedeutet, dass sich unser Fokus verschiebt:
Von „Wer stillt meine Bedürfnisse?“
zu „Wessen Bedürfnisse kann ich stillen?“

Jesus kam, um zu dienen und zu geben – diese Haltung darf auch unser Leben prägen.

Vielleicht hast du diese Andacht bis zum Ende gelesen, weil sie dich angesprochen hat. Vielleicht spürst du, dass Gott dich einlädt, vom Empfangenden zum Gebenden zu werden. Das ist kein Verlust, sondern der Weg zu einem Leben in Fülle.

Die Entscheidung liegt bei dir.

Sei gesegnet!

„Was wir selbst tun können, sollen wir nicht anderen überlassen“ (Thomas Jefferson).

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